Krypto Rück- und Ausblick – Wie weiter?

BlockchainInformationenKryptowährungen

Die Blase an den Krypto-Märkten scheint geplatzt. Die Marktkapitalisierung der auf CoinMarketCap gelisteten Kryptowährungen hat sich seit Anfang Jahr von 835 auf 240 Mrd. USD (Stand 1. April 2018) reduziert. Dies entspricht einem Minus von über 70 %! Seither hat sich diese zwar ein wenig erholt und beträgt momentan wieder ca. 350 Mrd. USD, liegt jedoch immer noch massiv unter dem Höchststand von Anfangs Jahr. Wie geht es jetzt weiter und was gilt es bei der Betrachtung der Krypto-Märkte zu beachten?

Die Geschichte wiederholt sich

Die unten ersichtliche Abbildung des Bitcoin-Preises zeigt exemplarisch, dass das Jahr 2017 DAS  Boom-Jahr schlechthin war. Nie waren die Krypto-Anleger euphorischer; nie waren die Kursentwicklungen ungezügelter. Doch stimmt dies auch wirklich? Diejenigen, welche sich ein wenig mit grundlegender Statistik und der Präsentation von Daten auskennen, wissen natürlich bereits, dass dem nicht so ist. Aber wieso?

Bitcoin Chart - linear

Im Zusammenhang mit historischen Preisentwicklungen interessieren stets relative (prozentuale) und nicht absolute Veränderungen. Diese werden jedoch durch die geläufigen Charts mit linearer Skala (dies bedeutet, dass der Abstand zwischen den einzelnen Zahlen auf der y-Achse absolut immer gleich ist) völlig verzerrt dargestellt. Zum Beispiel sank der Bitcoin von Juni bis November 2011 um 93 % (!), was aber auf diesem Chart nicht mal im Ansatz ersichtlich ist.

Abhilfe schaffen Charts mit logarithmischer Skalierung (dies bedeutet, dass der Abstand zwischen den einzelnen Zahlen auf der y-Achse relativ immer gleich ist). Nachfolgend siehst du exakt denselben Chart wie oben – einfach mit logarithmischer anstelle von linearer Skala.

Bitcoin Chart - Logarithmisch

Wie bereits erwähnt, eignet sich ein solcher Chart massiv besser, um prozentuale Veränderungen in der Vergangenheit zu analysieren. Beispielsweise sieht man auf den ersten Blick, dass der vorhin erwähnte Einbruch im Jahr 2011 massiv heftiger war, als der Einbruch, welchen wir die letzten Monate erlebt haben.

Darüber hinaus erkennt man, dass solch volatile Verwerfungen an den Krypto-Märkten keineswegs selten sind. Dies wird auch aus nachfolgender Tabelle erkennbar, welche die sechs massivsten Kurseinbrüche bei Bitcoin zeigt.

Bitcoin Verwerfungen Tabelle

Trotz teils massiver Kursausschläge (in beide Richtungen) scheint sich der Chart in der Tendenz zu beruhigen. Diese Vermutung wird auch durch die Beobachtung gestützt, dass fünf der sechs grossen Verwerfungen bei Bitcoin drei oder mehr Jahre zurückliegen. Ein Blick auf die Monatsvolatilität (berechnet mit den täglichen, stetigen Renditen) in untenstehender Abbildung zeigt diese Vermutung bestätigt, wenn auch seit August/September 2017 wieder ein Anstieg zu beobachten ist. Dieser erneute Anstieg der Volatilität verdeutlicht sinnbildlich die fast schon zügellose Euphorie gegenüber Kryptowährungen, welche im zweiten Halbjahr 2017 geherrscht hat.

Monatsvolatilität Bitcoin

 

Wieso ist die Market Cap nur bedingt aussagekräftig?

Zu Beginn unseres Beitrags haben wir erwähnt, dass die Marktkapitalisierung der auf CoinMarketCap gelisteten Kryptowährungen zeitweise um mehr als 70 % eingebrochen ist. Eine solche Aussage ist jedoch nur bedingt als Marktindikator brauchbar. Denn es handelt sich dabei nicht um einen Index, sondern lediglich eine kumulierte Betrachtung der Reife des Krypto-Marktes. Die Marktkapitalisierung ist insbesondere aus folgenden Gründen NICHT als Index geeignet:

  1. Es kommen täglich neue Kryptowährungen hinzu, welche die gesamte Marktkapitalisierung erhöhen, ohne dass sich substanziell etwas im Markt getan haben muss.
  2. Bei den meisten Kryptowährungen sind Ende des Tages aufgrund von Mining mehr Coins im Umlauf als zu Beginn des Tages. Auch bei gleichbleibenden Marktkursen führt dies somit zu einer höheren totalen Marktkapitalisierung.
  3. Methodische Entscheide können zu krassen Veränderungen der Marktkapitalisierung führen. Dies war z.B. im Januar 2018 der Fall, als sich CoinMarketCap dazu entschloss Bitcoin-Preise von südkoreanischen Börsen (die z.T. über 30 % über denen in Europa liegen) von der Berechnung des Bitcoin-Durchschnittkurses auszuschliessen und so eine Panik auslöste (siehe Bericht).

Obschon es schon unterschiedliche Krypto-Indizes gibt, welche diese Missstände zu beseitigen versuchen, hat sich noch kein Standard herausgebildet. Aus diesem Grund stellen diese Indizes noch nicht wirklich sinnvolle Alternativen zur Marktkapitalisierung dar.

Wie geht es nun weiter?

CoinMarketCap listet momentan 1’575 verschiedene Kryptowährungen. Coinranking deren 3’140 und CryptoCoinCharts gar 4’614. Bei einer solchen Masse liegt es auf der Hand, dass sich in den nächsten Jahren eine grössere Konsolidierung einstellen und das Gros an Kryptowährungen nicht überleben wird. Voraussichtlich werden sich unterschiedliche Kryptowährungen etablieren, welche unterschiedliche Anwendungsbereiche und Branchen abdecken. Innerhalb einer einzelnen Branche oder bei einer spezifischen Anwendung wird sich jedoch eine einzelne Kryptowährung als Sieger behaupten und den Markt dominieren.

Gründe dafür sind hauptsächlich Netzwerkeffekte, jedoch auch Economies of Scale, welche im digitalen Umfeld praktisch grenzenlos ausgenutzt werden können. Mit Netzwerkeffekten ist gemeint, dass sich ein digitaler Organismus ab einer gewissen Schwelle quasi selbst am Leben hält. Oder um es mit einem Beispiel aus der heutigen Streaming-Welt zu sagen:

«Wenn ich einen Musikstreamingdienst in Anspruch nehmen möchte, stehe ich vor der Wahl zwischen dem Platzhirschen Spotify und anderen Anbietern. Aufgrund der Tatsache, dass Spotify die meisten Nutzer aufweist, wird Spotify den grössten Umsatz erzielen und kann auch den meisten Content zum attraktivsten Preis zur Verfügung stellen. Somit ist Spotify für neue Nutzer potenziell interessanter als deren Mitbewerber. Neue Nutzer gehen eher zu Spotify und vergrössern damit den Wettbewerbsvorsprung von Spotify gegenüber seinen Mitbewerbern weiter.»

Selbstverständlich werden sich auch einige Nutzer dazu entschliessen, bei einem Mitbewerber (z.B. Mflow oder Grooveshark) einen Account zu eröffnen. Aber in der Tendenz gilt in der IT-Branche: «The winner takes it all!». Dieses Muster zeigt sich beispielsweise auch im Bereich Suchmaschinen (Google), Social Media (Facebook), Filmstreaming (Netflix) oder Online-Verkauf (Amazon). Mitbewerber kriegen entweder nur einen sehr kleinen Teil des Marktes ab oder sind gezwungen, sich in Nischen zu bewegen.

Aus diesen Gründen gilt es also, sich entweder vertieft mit den einzelnen Geschäftsmodellen, Teams und Chancen zu beschäftigen oder eine «blinde 1/n-Strategie» zu verfolgen. Diese «blinde 1/n Strategie» kann durch vier einfache Schritte umgesetzt werden:

  1. Besorge dir eine Dartscheibe.
  2. Beschrifte die einzelnen Felder mit den in Frage kommenden Kryptowährungen (falls du keine Ahnung hast, noch besser – dann wähle einfach blind aus einer Liste wie CoinMarketCap).
  3. Werfe «n» Mal einen Pfeil auf die Dartscheibe.
  4. Investiere je 1/n in die vom Pfeil getroffenen Kryptowährungen.

 

Verpasse keinen Beitrag und melde dich noch heute für unseren Newsletter an!

 


Die Menova GmbH wurde im Jahr 2017 mit dem Ziel gegründet, sowohl kompetente Beratung als auch Schulungen im Bereich Blockchain anzubieten. Darüber hinaus setzen wir gerne zusammen mit Ihnen konkrete Projekte um. Möchten Sie mehr über uns erfahren und wie auch Sie die Technologie Blockchain für sich nutzen können? Dann kontaktieren Sie uns! Wir bieten auch individuelle Coachings für unterschiedlichste Zielgruppen an.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Menü