Stablecoins als Lösung für Bitcoins Hauptproblem?

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Einer der Hauptgründe dafür, dass sich Kryptowährungen noch nicht als ernsthafte Alternative zu nationalen Währungen durchsetzen konnten, liegt in ihren grossen Wertschwankungen. Wer möchte schon mit einer Währung bezahlen, die morgen 50 % mehr Wert haben könnte? Oder 50 % weniger? In unseren Breitengraden wohl die Wenigsten. Anders sieht die Situation in Ländern wie Venezuela aus – dort sind Kryptowährungen in der Tat die wenig volatilere Variante.

Was sind Stablecoins?

Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Kurse durch bestimmte Massnahmen stabil gehalten werden. Somit sollen diese Kryptowährungen attraktiv für den Austausch von Gütern oder zur Wertaufbewahrung werden (genauso wie «normale» Währungen). Grundsätzlich lassen sich zwei unterschiedliche Arten von Stablecoins unterscheiden:

  1. Gedeckte Stablecoins (z.B. Tether)
  2. Algorithmische Stablecoins (z.B. Steemit Dollars)

Bei gedeckten Stablecoins sind Reserven auf einer Bank vorhanden – und zwar in derselben Höhe wie die ausgegebenen Stablecoins. Heisst also, für jeden 1-CHF-Stablecoin ist 1 CHF auf einem Bankkonto hinterlegt. Dadurch sollte der Marktkurs nicht zu stark von 1 CHF abweichen (wir sehen in einem späteren Kapitel, warum er das manchmal doch tut).

Algorithmische Stablecoins setzen dagegen auf ständige Zu- und Verkäufe im Markt, um den Kurs zu stabilisieren. Sollte der Kurs zu stark unter den Paritätswert fallen, kauft ein Algorithmus entsprechende Stablecoins zurück. Bei zu hohen Kursen verkauft er zusätzliche Stablecoins und bringt so den Kurs wieder ins Gleichgewicht.

Welches sind die Risiken von Stablecoins?

Beide Arten von Stablecoins sind zentralistische Coins, d.h. es muss einer zentralen Partei (oder Algorithmus) vertraut werden. Das muss nicht schlecht sein, sollte aber in den Risikoüberlegungen miteinbezogen werden. Denn wer garantiert bei gedeckten Stablecoins, dass die versprochene Geldsumme auch tatsächlich auf einem Bankkonto liegt und nicht schon längst abgezogen wurde? Und was passiert, wenn die Bank das Konto von Tether sperrt und die Organisation nicht mehr an die hinterlegten Geldmittel gelangt? In beiden Fällen wäre dies kaum förderlich für den entsprechenden Stablecoin.

Algorithmische Stablecoins haben zudem (v.a. in der Anfangsphase) das Problem, dass keine realen Gegenwerte dahinterstecken. Personen vertrauen algorithmischen Stablecoins nur, weil sie wissen, dass ihnen auch andere Personen vertrauen; eigentlich genau wie bei nationalen Währungen. Und betrachtet man algorithmische Stablecoins genauer, dann sind sie nationalen Währungen nicht unähnlich. Denn oberstes Ziel der SNB beispielsweise ist ebenfalls die Preisstabilität zu gewährleisten. Im Beispiel von Stablecoins erledigt dies einfach ein Algorithmus anstelle von Thomas Jordan.

Sind Stablecoins auch wirklich stabil?

Mehrheitlich, aber nicht immer. Bei gedeckten Stablecoins kann etwa der Zweifel an der effektiven Hinterlegung der Mittel dazu führen, dass diese eigentlich stabilen Coins mit einem Abschlag gehandelt werden – denn auch hier wirken die Marktkräfte von Angebot und Nachfrage. So wurde beispielsweise der durch USD gedeckte Tether zeitweise für unter USD 0.90 je Tether-USD gehandelt. Über lange Frist hingegen sind Stablecoins in der Tat sehr stabil und nur geringen Wertschwankungen ausgesetzt.

Soll ich Stablecoins kaufen?

Als Investitions- oder Spekulationsobjekt definitiv nicht. Denn wie wir gesehen haben, ist der Kurs von Stablecoins in den meisten Fällen relativ stabil, auch wenn kurzfristige Abweichungen vom Basiskurs möglich sind.

Was ist also der Nutzen von Stablecoins?

Stablecoins können dabei helfen, Gelder zu transferieren. Denn ist man bei einem Transfer von «normalen» Kryptowährungen dem Kursrisiko ausgesetzt, ist dieses bei Stablecoins in der kurzen Frist vernachlässigbar. Zudem eignen sie sich als Zwischenlagerungsmöglichkeit, wenn man seine «normalen» Kryptowährungen verkaufen möchte und mit dem Gedanken spielt, in absehbarer Frist wieder zu investieren. Dann muss man das Geld nicht von der Kryptobörse abziehen und kurz darauf wieder einzahlen und kann so Gebühren sparen.

Zudem eignen sich Stablecoins als Abrechnungswährung für einen Smart Contract. Wir haben letzte Woche den Fall von Blockchain-Gambling Lösungen kennengelernt. Da dort zwischen Einzahlung (Abschluss der Wette) und Auszahlung (Gewinnen der Wette) nur wenige Sekunden liegen, ist das Kursrisiko der Abrechnungswährung Ether vernachlässigbar. Würden jedoch einige Tage oder gar Wochen dazwischen liegen (wie z.B. bei einem Versicherungs-Smart Contract), möchte der Kunde selbstverständlich nicht dem Kursrisiko von Ether ausgesetzt sein und der Einsatz von Stablecoins bietet sich an.

 

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