Digitales Erbe: Wie kommen deine Erben an deine Bitcoins?

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Mit der zunehmenden Verbreitung von Kryptowährungen müssen sich immer mehr Personen mit genau dieser Frage beschäftigen. Denn was bei Bankkonten mittlerweile durch standardisierte Prozesse geregelt ist, gestaltet sich bei Kryptowährungen unter Umständen etwas schwieriger. Die Halter von Kryptowährungen müssen sich in vielen Fällen aktiv mit dieser Frage beschäftigen, wenn sie wollen, dass die Hinterbliebenen nach ihrem Todesfall auf die Kryptowährungen zugreifen können.

Fall 1: Du lagerst deine Kryptowährungen bei einer zentralen Kryptobörse

In diesem Fall solltest du die wenigsten Probleme haben. Erst Mitte dieses Jahres hat ein Urteil des Bundesgerichtshof in Karlsruhe Rechtssicherheit bei Fragen zu digitalem Erbe geschaffen. Dennoch gilt es, einige wichtige Details zu klären. Denn obwohl eine zentrale Kryptobörse ähnlich wie eine Bank funktioniert und den Erben aus technischer Sicht problemlos Zugriff zu den hinterlassenen Kryptowährungen gewähren kann, sieht die Realität oftmals anders aus. Je nach Börse, bei der die Kryptowährungen gelagert sind, gelangen die Erben nur schwer an die entsprechenden Kryptowährungen.

Da Kryptobörsen oftmals nicht im Heimatland domiziliert sind, kennen sie sich nur ungenügend mit dem lokalen Erbrecht aus und sind mit solchen Anfragen überfordert. Kläre also unbedingt ab, wie deine Kryptobörse diesen Fall handhaben würde und mit welchen Fristen dabei zu rechnen ist. Denn dauert eine etwaige Bearbeitung einer Anfrage Monate (oder gar Jahre), sind deine Hinterbliebenen einem unnötigen Kursrisiko ausgesetzt. Bei gewissen Börsen ist es sogar möglich, dass sie deine Kryptowährungen quasi als «Spende» betrachten und deine Hinterlassenschaft den Erben nicht auszahlen werden. Wähle also im Zweifelsfall lieber eine Kryptobörse mit gutem Ruf und/oder mit Schweizer Domizil – das dürfte den Fall der Fälle deutlich vereinfachen.

Fall 2: Du lagerst deine Kryptowährungen bei einer dezentralen Kryptobörse

Hier hat die Börse keine Zugriffsmöglichkeit auf deine Kryptowährungen. Es liegt also an dir, den entsprechenden Private Key so aufzubewahren, dass deine Hinterbliebenen diesen a) finden und b) auch das notwendige Wissen haben, wie sie deine Kryptowährungen veräussern und verteilen können. Dabei macht es Sinn, nahestehende Personen über deine Investments zu informieren und eine Anleitung zu hinterlassen, wie diese veräussert werden können.

Fall 3: Du hast deine Kryptowährungen in einem Wallet

In diesem Beispiel sind die Konsequenzen identisch wie in Fall 2. Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass die Hinterbliebenen in gewissen Fällen (z.B. bei einem Hardware-Wallet wie Trezor oder Ledger) zusätzlich Zugang zu einem bestimmten Gerät (dem Hardware Wallet) benötigen. Verstaue dieses also an einem Ort, wo es aufgefunden werden kann und informiere nahestehende Personen über den Aufenthaltsort.

Bei Paper Wallets solltest du zudem darauf achten, dass diese Papiere von deinen Hinterbliebenen auch effektiv als Wertaufbewahrungsgegenstände erkannt werden. Denn werden sie im Eifer des Gefechts als wertloser Papierkram eingestuft, kann es schnell passieren, dass sie bei der Entrümpelung einfach entsorgt werden.

Fazit

Klar möchten sich die Wenigsten zu Lebzeiten mit dem leidigen Thema beschäftigen, was im Falle eines Todesfalls mit den Hinterlassenschaften geschieht. Doch in diesem Fall lohnt es sich definitiv. Es gab schon unzählige Fälle (einige Beispiele hier, hier und hier), wo eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesem Thema viel Ärger und Verluste erspart hätte.

Zudem macht eine solche Vorsorge nicht nur für einen (hoffentlich noch lange nicht eintretenden) Todesfall Sinn. Was ist zum Beispiel, wenn du aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr in der Lage bist, Entscheidungen zu treffen? Darüber hinaus hilft dir eine Auseinandersetzung mit diesem Thema auch dabei, selbst den Überblick zu behalten.

Denn allzu oft haben auch die Inhaber von Kryptowährungen nach einer gewissen Zeit keinen Zugriff mehr auf ihre Kryptowährungen. Zum Beispiel wenn sie das Passwort zu einem Wallet vergessen und keine Backup-Möglichkeit haben oder weil gewisse Dokumente nicht mehr auffindbar sind. Dann würdest du dir wünschen, dass du eine vorbereitete Dokumentation zur Hand nehmen und dir so wieder Zugang zu deinen Kryptowährungen verschaffen kannst.

 

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Meike
Gast
Meike

Ich habe mit großem Interesse den Artikel gelesen. Aufgrund eines Todesfalls in unserer Familie eines Angehörigen, der in diesem Bereich einen großen Teil seines Vermögens angelegt hatte, standen wir als Erben vor einem großen Problem. Unsere Suche nach einer passenden Hilfe führte uns damals zu der http://www.detektei-schuett.de die sich bereits mit dieser Art von Dienstleistung und in Zukunft auch steigender Nachfrage befasst. Ohne diese Arbeit der Detektei hätten wir sicherlich viel mehr Mühe gehabt, denn als Angehöriger sind sie mit den Gedanken ganz woanders, als bei solchen Problemen. Sie trauern und das kostet einfach die meiste Kraft. Das Thema wird… Weiterlesen »

Marcel O.A. Tarantino
Gast
Marcel O.A. Tarantino

Sehr interessanter Beitrag, danke!

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