Vorsicht vor Bitcoin (Kryptowährungs) Betrugsmaschen!

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Aufgrund der stark gestiegenen Anzahl Kundenanfragen bei der Menova GmbH zu diesem Thema möchten wir mit diesem Blog-Beitrag Klarheit über die gängigsten Bitcoin-Betrugsmaschen schaffen und unsere Leserschaft davor warnen. Da das beobachtete Vorgehen verglichen mit anderen Betrugsmaschen z.T. besonders perfide und ausgeklügelt ist, können Personen diesen Betrügern leicht auf den Leim gehen. Allgemein gilt:

  1. Seien Sie besonders skeptisch im Zusammenhang mit Investitionen im Kryptobereich. Hier tummeln sich leider besonders viele schwarze Schafe…
  2. Besprechen Sie eine Überweisung im Vorfeld mit Ihrem Umfeld oder holen Sie sich eine qualifizierte Drittmeinung ein (Menova bietet dies kostenlos an).
  3. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen, dass die Investition gleich jetzt getätigt werden müsse. Nichts ist so dringend, dass es nicht einen Tag warten könnte, damit Sie dies mit entsprechenden Personen rückbesprechen können.

Investitions-Masche

Diese Art des Betruges kennen die meisten Personen vom Hörensagen und ist auch keineswegs spezifisch für Kryptowährungen. Sie wurde bereits in der Vergangenheit gerne für den Verkauf von Aktien oder sonstigen Wertpapieren verwendet. Das Vorgehen ist meist ähnlich. Die entsprechende Person wird über einen – für Investitionen – eher unüblichen Kanal (wie z.B. Facebook, Whatsapp oder Anruf) kontaktiert und es werden die Vorzüge von Investitionen in Kryptowährungen hervorgehoben (z.B. extrem hohe Renditen). Häufig erzählen die Betrüger auch, dass sie einen entsprechenden Trading-Algorithmus entwickelt hätten, der dem glücklichen Investor noch höhere Gewinne verspricht.

Hier gilt: Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meist auch. Entscheiden Sie mit Ihrem gesunden Menschenverstand, ob die versprochene Rendite und das vorgeschlagene Vorgehen Sinn macht. Besprechen Sie die anstehende Investition immer zuerst mit Personen aus Ihrem Umfeld, die sich in diesem Bereich auskennen. Oder kontaktieren Sie uns über unser Kontaktformular für eine kostenlose Einschätzung. Auch wenn die Person am anderen Ende der Leitung Druck ausübt, sollten Sie keineswegs überhastet handeln. Vielmehr ist die Ausübung von zeitlichem Druck (die Investition muss aus irgendeinem Grund gerade jetzt erfolgen), ein starkes Anzeichen für einen Betrug.

Leider können Sie sich in diesem Zusammenhang auch NICHT auf Google und Co. verlassen (z.B. für Bewertungs-Websites). Diese sind häufig von den Betrügern selbst erstellt und loben den entsprechenden Service selbstverständlich in allen Tönen.

Sollten Sie sich nach eingehender Prüfung der Seriosität entscheiden, eine Investition zu tätigen, lassen Sie sich NICHT vom entsprechenden «Verkäufer» dabei helfen, die Überweisung zu tätigen. Vielmehr ist dies ein weiteres Warnzeichen. Auf keinen Fall, sollten Sie der entsprechenden Person Zugang zu Ihrem Computer oder Ihrem E-Banking geben, indem Sie eine spezifische Website aufrufen oder ein entsprechendes Programm herunterladen.

Sind Sie bereits Opfer eines solchen Betrugs geworden und haben dies realisiert, schalten viele Betrüger in die Phase 2 des Betrugs: Die Rückzahlungs-Masche.

Rückzahlungs-Masche

Diese Art des Betrugs ist wie bereits erwähnt die zweite Phase der Investitions-Masche und funktioniert wie folgt: Das bereits betrogene Opfer wird von einer neuen Person kontaktiert (meist von einem scheinbaren Anwalt oder Vertreter der Strafverfolgungsbehörden). Diese behauptet dann, dass bei der Firma, welche die Investitions-Masche durchgeführt hätte, eine Razzia von der Polizei durchgeführt worden wäre und man dabei auf die Kundendaten des Opfers gestossen sei. Es gäbe daher gute Chancen, seinen gesamten Investitionsbetrag zurückzuerhalten. Man müsse dafür aber eine Vorauszahlung auf eine entsprechende Kontonummer tätigen. Diese sei dafür da, um allfällige Kursschwankungen der Investition abzufedern. Diese Masche kommt in verschiedenen Formen vor. Mal ist es eine Razzia, mal wurde der Betreiber dieser Betrugsmasche verhaftet, mal sei das Vermögen der Betreiber beschlagnahmt worden. Allen gemein ist, dass sie die Rückzahlung des verloren geglaubten Investitionsbetrags versprechen, sofern man eine Vorauszahlung tätigt.

Hier gilt: Tätigen Sie niemals eine Vorauszahlung an eine Person oder ein Unternehmen in der Hoffnung, Ihr verlorenes Investment zurückzuerhalten. Strafverfolgungsbehörden würden niemals eine Vorauszahlung verlangen und die entsprechenden Kursschwankungen einfach Ihrem Investitionsbetrag in Abzug bringen, sofern der Betrüger tatsächlich geschnappt worden wäre. Leider haben die Betrüger auch hier häufig eigene Webseiten angelegt, auf welchen diese Services von scheinbaren Kunden-Rezensionen in den Himmel gelobt werden. Diese sind jedoch zu 100 % von den Betrügern selbst erstellt und haben das Ziel, das ahnungslose Opfer ein zweites Mal zu betrügen.

Besonders perfide an dieser Betrugsmasche ist, dass der Betrüger am Telefon viele Details von Ihnen bereits kennt und dies zu seinem Vorteil nutzt. Dadurch kann er einen offiziellen Anschein erwecken. Die Person am Telefon kennt diese Details jedoch nur, weil Sie ihm diese im Stadion 1 des Betrugs (Investitions-Masche) selbst mitgeteilt haben.

Pump & Dump

Wer den Hollywood-Film «Wolf of Wall Street” mit Leonardo DiCaprio gesehen hat, kennt diese Masche bereits – wenn auch mit Aktien statt mit Kryptowährungen. Im Grunde geht es darum, die Öffentlichkeit dazu zu bringen, gewisse Kryptowährungen im Übermass zu kaufen und damit den Kurs in die Höhe zu treiben (Pump). Auf dem Höchststand verkaufen dann die Betrüger die eigens gehaltenen Kryptowährungen und lassen den Kurs dadurch wieder abstürzen (Dump). Der betrogene Anleger bleibt dabei auf seinem Verlust sitzen und besitzt de facto wertlose Kryptowährungen.

Obschon diese Betrugsmasche nicht mehr ganz so verbreitet ist wie im Kryptoboom-Jahr 2017, kommt sie immer noch vor. Sobald Ihnen jemand erzählt, dass er Ihnen Zugang zu geheimen Informationen und somit exorbitanten Kursgewinnen verschaffen kann, lassen Sie die Finger davon. Entweder handelt es sich um Insiderinformationen oder man will Sie als Kursmanipulator für Betrüger missbrauchen. Mit beiden Situationen wollen Sie nichts zu tun haben, weil Sie sich entweder strafbar machen oder Ihr Geld unweigerlich verlieren werden.

Ransomware

Von Ransomware sind insbesondere Unternehmen aber auch vermehrt Privatpersonen betroffen. Der Schweizer Fensterbauer Swisswindows AG beispielsweise ist aufgrund der Nachwirkungen einer solchen Attacke gar in den Konkurs geschlittert (auch wenn hier fairerweise anzumerken ist, dass die Firma bereits vor der Attacke ihre Probleme hatte). Bei Ransomware geht es im Grundsatz darum, dass ein entsprechender Trojaner (eine Art Virus) sämtliche Daten auf Ihrem heimischen PC (oder Unternehmensserver) verschlüsselt und Sie dadurch keinen Zugang mehr dazu haben. Die Hacker fordern Sie dann auf, eine entsprechende Lösegeldzahlung (Ransom) zu bezahlen, damit die Daten wieder entschlüsselt werden können. Meist muss diese Lösegeldzahlung in Bitcoin oder anderen Kryptowährungen erfolgen.

Absoluten Schutz vor solchen Attacken gibt es keinen. Bestmöglich schützen können Sie sich jedoch durch folgende drei Massnahmen:

  1. Halten Sie Ihr Anti-Virenprogramm stets auf dem neusten Stand und führen Sie Updates (auch Windows-Updates) zeitnah durch. Haben Sie noch kein Antivirenprogramm, ist jetzt spätestens Zeit dafür (auch für Mac-User).
  2. Surfen Sie bewusst durch das Internet und klicken Sie nicht auf jeden Link oder Anhang, welchen Sie per E-Mail erhalten. Seien Sie skeptisch.
  3. Machen Sie regelmässige Backups von Ihren Daten (z.B. auf einer externen Harddisk), sodass bei einer allfälligen Attacke auf eine Sicherheitskopie zurückgegriffen werden kann.

Was tun, wenn ich betrogen wurde?

Häufig führen Schamgefühle dazu, dass ein Opfer eines solchen Betrugs keine weiteren Schritte unternimmt und die Deliktsumme gedanklich einfach abschreibt. So verständlich dieses Vorgehen ist, so sehr helfen diese Opfer den Betrügern damit, leicht weitere Opfer auszunehmen. Deshalb sollten Sie unbedingt folgende drei Schritte unternehmen:

  1. Informieren Sie die nationale Finanzmarktaufsichtsbehörde (z.B. Finma in der Schweiz, FMA in Liechtenstein, Bafin in Deutschland oder FMA in Österreich). Damit helfen Sie, dass die Masche, welche bei Ihnen zur Anwendung gekommen ist, sowie das Ausmass der nationalen Betrugssumme bekannt wird. Durch Aufklärungskampagnen der Finanzmarktaufsichtsbehörde schützen Sie damit aktiv weitere potenzielle Opfer.
  2. Erstatten Sie Anzeige bei den kantonalen Strafverfolgungsbehörden (Polizei). Auch wenn die Aussichten auf Erfolg realistischerweise als sehr gering eingestuft werden müssen, hilft eine Anzeige dabei, dass die Strafverfolgungsbehörden eine Grundlage für eine allfällige strafrechtliche Verfolgung besitzen.
  3. Informieren Sie Ihr Umfeld. Auch wenn dieser Schritt aufgrund der erwähnten Schamgefühle noch schwerer umzusetzen scheint, helfen Sie damit Ihrem Umfeld, nicht auch Opfer derselben Masche zu werden. Sind die Schamgefühle zu gross, wandeln Sie doch die Geschichte einfach ab und erzählen Sie Ihrem Umfeld, dass Sie von einem solchen Fall in der Zeitung gelesen hätten.

Haben Sie weitere Fragen? Viele Informationen finden Sie auch auf der Website der Kriminalprävention Schweiz. Beispielsweise finden Sie auf dieser Seite allgemeine Informationen zu Internet-Betrugsfällen sowie Beschreibungen von weiteren Betrugsmaschen dieser Betrüger.

Bitte zögern Sie auch nicht, uns im Zweifelsfall für eine kostenlose Einschätzung zu kontaktieren.

 

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Die Menova GmbH wurde im Jahr 2017 mit dem Ziel gegründet, sowohl kompetente Beratung als auch Schulungen im Bereich Blockchain anzubieten. Darüber hinaus setzen wir gerne zusammen mit Ihnen konkrete Projekte um. Möchten Sie mehr über uns erfahren und wie auch Sie die Technologie Blockchain für sich nutzen können? Dann kontaktieren Sie uns! Wir bieten auch individuelle Coachings für unterschiedlichste Zielgruppen an.

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