Wie finanziert sich das Internet 2.0?

BlockchainMining

Das Internet ist im Wandel. Auf der einen Seite häufen die grossen Internetgiganten mehr und mehr Daten an, mit dem Ziel, uns besser kennenzulernen als unsere engsten Freunde. Auf der anderen Seite zeigen Nutzer vermehrt Skepsis, wenn es um die Herausgabe persönlicher Daten geht. Doch häufig knickt man im Endeffekt trotzdem ein. Was hat man denn für eine Alternative?

Bis jetzt leider wenige. Doch vom Mainstream unbeobachtet arbeitet Tim Berners Lee (ja, der Erfinder unseres geliebten Internets 1.0) an einer neuen, besseren Version. Diese soll weniger zentralisiert aufgebaut sein und dem Nutzer das Recht an seinen Daten zurückgeben. Und Blockchain könnte eine essenzielle Rolle dabei spielen. Doch von Beginn an…

Was ist das Problem des heutigen Internets?

Im Internet zeigt sich das darwinistische Prinzip vom «Survival of the Fittest» in Extremform. In den meisten Bereichen des Internets gibt es genau einen dominierenden Anbieter. Dieser hat sich gegen seine Mitbewerber durchgesetzt und ist jetzt alleiniger Herrscher in seiner Nische. Aufgrund seiner jetzigen Grösse ist der Markt für Neulinge praktisch unantastbar und der Marktführer kann seine Position weiter festigen. Die Ursache dieses Problems: der Netzwerkeffekt.

Die meisten Internetunternehmen betreiben ein Plattform-Business. Das heisst, sie stellen eine Plattform für gewisse Dienstleistungen zur Verfügung. Der Nutzen dieser Plattform hängt dabei stark mit der Anzahl der entsprechenden Nutzer zusammen. Für einen neuen Nutzer ist diejenige Plattform interessant, welche die grösste Nutzerschaft in sich vereint. Also geht er zu dieser und baut deren Vormachtstellung noch weiter aus. So am Beispiel Google:

Google verarbeitet mit grossem Abstand die meisten Suchanfragen pro Tag in der westlichen Hemisphäre. Dadurch kann das Unternehmen die meisten Daten sammeln, damit ihren Suchalgorithmus besser abstimmen und mehr Geld durch Werbung einnehmen als andere Anbieter von Suchmaschinen. So ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass die Suchergebnisse auf Duckduckgo oder Bing leider in den meisten Fällen nicht mit Google mithalten können.

Aber wieso ist das jetzt ein Problem für den Nutzer? Auf den ersten Blick scheint es angenehm zu sein, wenn Google immer genau weiss, wonach ich suche oder Youtube immer den passenden Videovorschlag zur Hand hat. Wir bezahlen jedoch einen hohen Preis für diese Annehmlichkeiten: Unsere Daten. Und immer mehr Personen versuchen sich dagegen zu wehren, müssen jedoch mangels Alternativen häufig wieder einknicken.

Wie löst das Internet 2.0 dieses Problem?

Tim Berners Lee arbeitet, wie bereits erwähnt, an einer neuen, besseren Version des Internets. Diese nennt er Solid. Sie soll sich in einem wichtigen Punkt vom herkömmlichen Internet unterscheiden: Der Trennung von Anwendungen und Daten. Einfach gesagt, sollen die Daten zukünftig nicht mehr alle an einem zentralen Ort (also z.B. bei Google oder Facebook), sondern in dezentralen Datensilos gespeichert werden.

Dadurch erhält der Nutzer die Macht über seine Daten zurück. Er kann selbst entscheiden, wem er wie lange und zu welchen Konditionen Zugriff gewähren möchte. Die entsprechenden Applikationen (z.B. Facebook) können zwar auf die Daten zugreifen, diese aber nur verwenden, sofern der Nutzer vorgängig die entsprechende Berechtigung dafür gegeben hat. Solid führt also zu einer Re-Demokratisierung der Daten im Internet.

Dabei taucht jedoch eine massive Herausforderung auf, welche es noch zu lösen gilt. Und Blockchain – oder genauer gesagt Mining – könnte eine willkommene Lösung dafür sein.

Welche Rolle spielt Blockchain dabei?

Wenn nämlich die Nutzer entscheiden, dass sie ihre Daten nicht mehr mit Google, Facebook und Co. teilen möchten, bricht deren Geschäftsmodell zusammen. Wie soll das Google der Zukunft sein Geld verdienen, wenn es die gesammelten Daten nicht mehr an den Höchstbietenden verkaufen darf? Entweder schalten sie mehr Werbung oder zwingen den Nutzer dazu, eine entsprechende Google-Such-Gebühr zu entrichten. Beide Optionen dürften vom Nutzer nur schwer akzeptiert werden und haben deswegen keine hohen Erfolgsaussichten. Doch Blockchain bietet eine dritte Alternative.

Viele von uns besitzen technische Geräte, welche für den «normalen» Gebrauch völlig überdimensioniert sind. Wir haben eine Hochleistungs-Grafikkarte, einen Intel-Chip der neusten Generation und so viel RAM, dass wir ganze Enzyklopädien zwischenspeichern könnten. Wie wäre es, wenn wir den Internetgiganten im Gegenzug für unsere Internetsuche ein kleines bisschen dieser sowieso nicht benötigten Kapazität zur Verfügung stellen würden? Diese könnten dann damit unsere eigene Suchanfrage durchführen, irgendwelche Algorithmen berechnen oder …… Kryptowährungen minen.

Wie dies funktionieren könnte, zeigt die Webseite der Crypto Valley Association. Dort kann jeder bequem festlegen, wie viel seiner überschüssigen Leistung er für das Mining der Kryptowährung Monero zur Verfügung stellen möchte. So hilft man der entsprechenden Seite, ohne direkt Geld auszugeben oder nervige Werbung betrachten zu müssen.

Klar, zahlt der Nutzer im Endeffekt für die Nutzung des Services durch den höheren Energieverbrauch seines Geräts. Klar, dürfte diese Lösung nicht sämtliche Probleme lösen (z.B. wenn die gesamte Rechenpower lokal benötigt wird). Und dennoch sind wir der Meinung, dass dieses Modell eine attraktive Option für das Internet der Zukunft darstellt. Denn nicht nur Such- und Social-Media-Giganten könnten diese neue Einnahmequelle für sich erschliessen. Auch andere Branchen – wie z.B. die gebeutelte Medienbranche, welche uns täglich mehr mit Werbung bombardiert – täten gut daran, diese alternative Verdienstquelle zu prüfen.

 

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Die Menova GmbH wurde im Jahr 2017 mit dem Ziel gegründet, sowohl kompetente Beratung als auch Schulungen im Bereich Blockchain anzubieten. Darüber hinaus setzen wir gerne zusammen mit Ihnen konkrete Projekte um. Möchten Sie mehr über uns erfahren und wie auch Sie die Technologie Blockchain für sich nutzen können? Dann kontaktieren Sie uns! Wir bieten auch individuelle Coachings für unterschiedlichste Zielgruppen an.

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